Nicht jedes Gebäude bringt die gleichen Voraussetzungen für eine Heizungsmodernisierung mit. Gerade im Altbau können beispielsweise die vorhandenen Heizflächen, die Dämmung oder die finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer Einfluss darauf haben, welche Lösung sinnvoll ist. Eine Lösung besteht darin, verschiedene Technologien in einem Hybridsystem miteinander zu kombinieren. Im zweiten Teil unserer Blogserie erklärt unser Kundenberater Burkhard Lesch, wann eine Hybridheizung interessant sein kann und worauf bei der Planung zu achten ist.
Was ist eine Hybridheizung?
Bei einer Hybridheizung kommen mehrere Wärmequellen gemeinsam zum Einsatz. Eine Gasheizung lässt sich beispielsweise mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage kombinieren. Statt die Wärmeversorgung vollständig auf eine einzelne Technologie umzustellen, können so unterschiedliche Systeme zusammenarbeiten.
Für Burkhard Lesch sind solche Lösungen vor allem bei Bestandsgebäuden interessant, bei denen die Voraussetzungen für den optimalen Betrieb einer reinen Wärmepumpe nicht gegeben sind. Als Beispiele nennt er Altbauten ohne Flächenheizung sowie Gebäude mit schlechteren Dämmwerten an Gebäudehülle, Fenstern oder Dach. Auch die Wirtschaftlichkeit und der Wunsch, den gewohnten Heizkomfort beizubehalten, spielen bei der Entscheidung eine Rolle.
„Gerade bei vielen Altgebäuden kann die Kombination aus einem Gasbrennwertgerät und einer Wärmepumpe eine praktikable Lösung sein“, erklärt Lesch. Dabei seien unter anderem Betriebssicherheit, Komfort und Investitionskosten zu berücksichtigen.
Eine mögliche Lösung für den Altbau
Ob eine Wärmepumpe effizient betrieben werden kann, hängt von den Bedingungen des jeweiligen Gebäudes ab. Eine Hybridlösung kann deshalb insbesondere dann eine Option sein, wenn bei einem Heizungstausch nicht gleichzeitig umfangreiche Investitionen in Gebäudehülle, Fenster, Dach oder Heizflächen vorgenommen werden können.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, das Heizsystem schrittweise aufzubauen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine vorausschauende Planung.
„Das gesamte Heizungssystem kann nach und nach aufgebaut werden. Grundlage dafür ist eine vorausschauende Planung“, betont Lesch.
Damit müssen nicht zwangsläufig alle Komponenten gleichzeitig installiert werden. Wer eine solche schrittweise Erweiterung plant, sollte jedoch frühzeitig berücksichtigen, welche Technologien später hinzukommen könnten.
Gasheizung mit Solarthermie kombinieren
Neben einer Wärmepumpe kann auch Solarthermie Teil eines Hybridsystems sein. Dabei wird Sonnenenergie genutzt, um Wärme bereitzustellen. Je nach Auslegung kann sie beispielsweise der Warmwasserbereitung dienen oder zusätzlich die Heizung unterstützen.
Ob und wie sich eine solche Kombination im konkreten Gebäude umsetzen lässt, hängt laut Lesch von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört unter anderem die Frage, ob ein Pufferspeicher eingesetzt werden kann und ausreichend Platz dafür vorhanden ist. Auch die Zahl der im Haushalt lebenden Personen sowie der Aufwand für die notwendigen Rohrleitungen müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Durch die Kombination verschiedener Technologien kann der Energieverbrauch reduziert und damit auch der CO₂-Ausstoß gesenkt werden.
Und welche Rolle spielt Photovoltaik?
Auch Photovoltaikanlagen nennt Lesch im Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen bei der Heizungsmodernisierung. Nach seiner Beobachtung werden Photovoltaikanlagen inzwischen häufiger eingebaut als Solarthermieanlagen.
Grundsätzlich lassen sich sowohl Photovoltaik als auch Solarthermie mit einer modernen Heizungsanlage kombinieren. Welche Variante sinnvoll ist, muss jedoch anhand der individuellen Voraussetzungen bewertet werden. Lesch verweist hier unter anderem auf den verfügbaren Platz, die geplante Nutzung und den Aufwand für die Verlegung der erforderlichen Strom- beziehungsweise Rohrleitungen.
Gerade bei der Kombination verschiedener Systeme zeigt sich deshalb, wie wichtig eine auf das Gebäude zugeschnittene Planung ist. Nicht die möglichst große Zahl unterschiedlicher Technologien entscheidet über eine sinnvolle Lösung, sondern deren abgestimmtes Zusammenspiel.
Hybridheizung individuell planen
Eine Hybridheizung kann gerade im Altbau eine Möglichkeit sein, bestehende und neue Technik miteinander zu verbinden und erneuerbare Energien in die Wärmeversorgung einzubeziehen. Eine pauschale Empfehlung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Gebäudezustand, vorhandene Heizflächen, Platzangebot und finanzielle Möglichkeiten unterscheiden sich von Haus zu Haus.
Vor einer Modernisierung sollten Eigentümer deshalb gemeinsam mit einem Fachbetrieb prüfen, welche Kombination technisch und wirtschaftlich zur jeweiligen Immobilie passt und welche späteren Erweiterungen bereits bei der Planung berücksichtigt werden sollten.
