Die Stadt Erlenbach am Main erarbeitet derzeit eine kommunale Wärmeplanung. Sie soll eine strategische Grundlage dafür schaffen, wie die Wärmeversorgung im Stadtgebiet künftig gestaltet werden kann. Dafür werden der aktuelle Stand der Wärmeversorgung analysiert und mögliche Entwicklungsperspektiven aufgezeigt. Als Eigentümerin des Gasnetzes und als regional tätiges Energieversorgungsunternehmen bringt sich die gasuf aktiv in diesen Prozess ein.
Wärmeplanung als gemeinsamer Prozess
Die kommunale Wärmeplanung verfolgt das Ziel, den Wärmebedarf und die bestehenden Versorgungsstrukturen systematisch zu erfassen und darauf aufbauend mögliche Zielszenarien zu entwickeln. Sie dient als Orientierung und Entscheidungsgrundlage für Kommunen, Versorger und weitere beteiligte Akteure. Konkrete Vorgaben für einzelne Gebäude oder Haushalte sind damit nicht verbunden.
Ein wichtiger Bestandteil des Verfahrens ist der fachliche Austausch: Mitte Januar 2026 lud die Stadt Erlenbach am Main zu einem Workshop ins Rathaus ein. Dort wurden der aktuelle Stand der Wärmeplanung vorgestellt und die bisherigen Ergebnisse gemeinsam diskutiert. Vertreter der Stadt, der gasuf und der Industrie brachten dabei ihre Perspektiven ein. „Die Einbindung unserer fachlichen Einschätzung ist ein wichtiger Bestandteil des Planungsprozesses“, so Christopher Blattner, Projektingenieur aus dem Bereich Unternehmensentwicklung bei der gasuf, der am Workshop vor Ort teilnahm. Als Gasnetzeigentümerin brachte die gasuf ihre Einschätzungen zur bestehenden Wärmeversorgung in die Diskussion ein, die im weiteren Konzept berücksichtigt wurden.
Die gasuf als Partner der Kommunen
Die Beteiligung an der kommunalen Wärmeplanung in Erlenbach steht beispielhaft für die Rolle der gasuf in der Region. Das Unternehmen versteht sich als Partner der Städte und Gemeinden bei der Entwicklung zukunftsfähiger Wärmelösungen. Dieses Engagement beschränkt sich nicht auf einzelne Projekte, sondern umfasst auch strategische Ansätze für die gesamte Region Unterfranken.
Ein zentraler Baustein ist dabei die Beteiligung an regionalen Kooperationen. So ist die gasuf Teil des Regionalen Energiewerks Untermain (REW), einem Zusammenschluss von Kommunen und örtlichen Versorgern. Ziel dieses Bündnisses ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien mit möglichst hoher regionaler Wertschöpfung voranzubringen und Projekte gemeinsam umzusetzen, die für einzelne Akteure allein nicht realisierbar wären. Neben Wind- und Solarenergie sollen künftig auch Themen wie Wärmenetze und Stromspeicherung Teil der Zusammenarbeit sein.
Integrierte Netzplanung als Grundlage für die Wärmewende
Vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Vorgaben und der kommunalen Wärmeplanung hat die gasuf zusätzlich eine integrierte Netzplanung in Auftrag gegeben. Sie soll dabei helfen, die Potenziale der bestehenden Infrastruktur systematisch zu analysieren und daraus belastbare Entscheidungsgrundlagen abzuleiten.
Untersucht wurden unter anderem die Netzdaten der von der gasuf versorgten Kommunen, die Wärmebedarfsdichte, Potenziale für erneuerbare Energiequellen, die Nutzung von Abwärme sowie Gebäudestrukturen und demografische Entwicklungen. Auf dieser Basis lassen sich Aussagen zur Machbarkeit von Wärmenetzen und zum Potenzial für Wasserstoff treffen.
Die Ergebnisse der integrierten Netzplanung stellte die gasuf den Kommunen zur Verfügung und unterstützte sie damit bei der Erstellung ihrer eigenen Wärmepläne. Gleichzeitig dient das Projekt dem Unternehmen selbst als wichtige Grundlage, um die eigene Strategie für den Umbau der Energiesysteme weiterzuentwickeln.
Bestehende Infrastruktur weiterdenken
Auch der Betrieb des Gasnetzes bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der gasuf. Das Netz wird als wertvolle Infrastruktur verstanden, die perspektivisch dazu beitragen kann, künftig auch grüne Gase und Wasserstoff sicher und effizient zu transportieren und zu speichern. Damit bleibt es ein relevanter Baustein für die langfristige Wärme- und Energieversorgung der Region.
(Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus der Bestandsanalyse, die im Rahmen des Workshops thematisiert wurde)
