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Wein, Natur und fränkische Lebensart an der Mainschleife

  • Wissenswertes

Die Gemeinde Eisenheim im Porträt

Wer die Mainschleife erkunden möchte, kommt an Eisenheim kaum vorbei. Die Gemeinde mit ihren beiden Ortsteilen Ober- und Untereisenheim liegt malerisch am Beginn der bekannten Flussschleife und verbindet Weinbau, Naturerlebnis und fränkische Gastfreundschaft auf besondere Weise. Nicht ohne Grund wurde Eisenheim 2018 als einer von 100 Genussorten Bayerns ausgezeichnet.

Weinbau prägt den Ort seit Generationen

Mit mehr als 230 Hektar Rebfläche gehört Eisenheim zu den bedeutenden Weinbaugemeinden der Region. Rund 60 Winzerfamilien bewirtschaften die Weinberge im Voll- oder Nebenerwerb und prägen damit das Ortsbild ebenso wie die Kulturlandschaft.

Besonders bekannt sind die Weinlagen „Obereisenheimer Höll“ und „Untereisenheimer Sonnenberg“. Die „Höll“ hat sogar ihre eigene Symbolfigur: den „Obereisenheimer Teufel“, der an vielen Stellen im Ort zu entdecken ist.

Ein besonderes Wahrzeichen befindet sich in Untereisenheim. Das Weinparadies Hirn wurde im Stil des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser gestaltet und zählt zu den außergewöhnlichsten Weingütern Frankens. Hier treffen Wein, Architektur und Kunst aufeinander.

Aktiv die Mainschleife entdecken

Auch für Radfahrer und Wanderer hat Eisenheim viel zu bieten. Der Ort liegt am beliebten Maintalradweg und ist über eine Fähre direkt an das Radwegenetz der Region angebunden.

Zudem führen mehrere Themenwege durch die Weinberge und die umliegende Landschaft. Der Silvanerwanderweg, der Bildstock-Wanderweg und der Rebsortenweg vermitteln Wissenswertes über Weinbau, Geschichte und Natur. Wer noch weiter auf Entdeckungstour gehen möchte, findet im nahegelegenen Astheim einen Quittenlehrpfad.

Eine Besonderheit sind die beiden Mainfähren. Die Fähre in Obereisenheim verkehrt von März bis Mitte November, während die Fähre zwischen Kaltenhausen und Fahr ganzjährig unterwegs ist. Der Fährbetrieb wurde 2022 sogar als Immaterielles Kulturerbe in Bayern ausgezeichnet.

Historische Ortskerne mit viel Charme

Die beiden Ortsteile begeistern mit liebevoll erhaltenen Fachwerkhäusern, historischen Gassen und zahlreichen Zeugnissen ihrer langen Geschichte. Kirchen, Bildstöcke und kleine architektonische Details erzählen von vergangenen Jahrhunderten.

In Obereisenheim prägt die evangelisch-lutherische Pfarrkirche mit ihrem markanten Spitzhelm das Ortsbild. In Untereisenheim zieht die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit ihrer charakteristischen Welschen Haube (einer speziellen, geschwungenen Turmdachform) die Blicke auf sich.

Einkehren und genießen

Wer unterwegs eine Pause einlegen möchte, findet in Eisenheim zahlreiche Möglichkeiten: Heckenwirtschaften, Weinstuben, Gasthäuser und ein moderner Dorfladen mit Café laden zum Verweilen ein.

Gerade Radfahrer und Wanderer schätzen die entspannte Atmosphäre und die regionalen Spezialitäten. Viele Produkte stammen direkt aus der Umgebung und spiegeln die enge Verbindung der Gemeinde zu Landwirtschaft und Weinbau wider.

Wenn ganz Eisenheim feiert

Das gesellschaftliche Leben spielt in Eisenheim eine wichtige Rolle. Über das Jahr verteilt finden zahlreiche Wein- und Hofschoppenfeste statt, die Besucher aus der gesamten Region anziehen.

Zu den Höhepunkten zählt der Kulturherbst im September und Oktober. Dann verwandeln sich Höfe, Scheunen und Garagen in Ausstellungsräume für Kunst und Handwerk.

Ein weiteres beliebtes Fest sind die „Höllentage“ in Obereisenheim. Das Straßenweinfest wird von der Hölljugend organisiert und von vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Bei Wein, Musik und fränkischer Gastfreundschaft können Gäste die besondere Atmosphäre des Ortes erleben.

© Markt Eisenheim / Wikimedia Commons