In vielen Wohngemeinschaften sieht der Alltag ganz unterschiedlich aus: Während die eine Person früh zur Arbeit fährt, sitzt jemand anderes noch spät nachts in der Küche. Manche frieren schnell, andere reißen selbst im Winter lieber kurz das Fenster auf. Spätestens dann, wenn die Heizkostenabrechnung im Briefkasten liegt, wird deutlich, wie unterschiedlich der Umgang mit Wärme in einer gemeinsamen Wohnung sein kann. Gerade deshalb lohnt es sich, beim Thema Heizen und Warmwasser nicht einfach „irgendwie nebenher“ zu leben, sondern gemeinsame Absprachen zu treffen. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Alltag, um den Energieverbrauch besser im Blick zu behalten, ohne dass der Wohnkomfort darunter leiden muss.
Heizkosten von Anfang an offen besprechen
Oft läuft der Energievertrag in Wohngemeinschaften über eine einzelne Person. Umso sinnvoller ist es, von Anfang an transparent mit den laufenden Kosten umzugehen.
Hilfreich können dabei zum Beispiel sein:
- eine Übersicht über Abschläge und Nebenkosten
- klare Absprachen zur Kostenaufteilung
- ein gemeinsamer Blick auf mögliche Nachzahlungen
- regelmäßige Abstimmungen, wenn sich etwas verändert
Gerade während der Heizperiode fällt oft erst auf, wie stark sich das eigene Verhalten auf die Kosten auswirkt. In größeren WGs passiert es außerdem schnell, dass niemand den Gesamtverbrauch wirklich im Blick hat, weil sich die Kosten auf mehrere Personen verteilen.
Beim Heizen kommt es oft auf Kleinigkeiten an
In vielen WGs gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, wie viel geheizt werden sollte. Deshalb helfen oft schon einfache gemeinsame Regeln im Alltag.
Wer Räume komplett auskühlen lässt und später wieder stark aufheizt, verbraucht häufig mehr Energie, als man zunächst denkt. Auch dauerhaft gekippte Fenster sorgen oft dafür, dass Wärme verloren geht. Kurzes Stoßlüften ist die bessere Lösung. Dabei wird die Luft ausgetauscht, ohne dass die Wohnung unnötig auskühlt.
Gerade in Wohngemeinschaften werden Heizungen außerdem häufig ständig hoch- und heruntergedreht, weil jeder ein anderes Temperaturempfinden hat. Das führt oft zu ungleichmäßigen Temperaturen und unnötigem Verbrauch.
Unterschiedliche Tagesabläufe berücksichtigen
In vielen Wohngemeinschaften ist tagsüber oft nur ein Teil der Bewohner zuhause. Deshalb muss nicht automatisch die komplette Wohnung dauerhaft stark beheizt werden.
Sinnvoll kann es sein, gemeinsam zu überlegen, welche Räume tatsächlich regelmäßig genutzt werden und wo sich Heizkosten einsparen lassen, ohne dass es ungemütlich wird. Vor allem wenig genutzte Räume müssen häufig nicht dauerhaft dieselbe Temperatur haben wie Wohnzimmer oder Küche.
Gemeinschaftsräume bewusst nutzen
Vor allem in gemeinsam genutzten Räumen fällt der Energieverbrauch oft höher aus als gedacht. Gerade dort wird häufiger gelüftet, gekocht oder die Heizung verstellt.
Deshalb kann es sinnvoll sein,
- Heizkörper nicht zu verdecken
- Türen zu kühleren Räumen geschlossen zu halten
- Rollläden oder Vorhänge nachts zu schließen
- die Heizung herunterzudrehen, wenn längere Zeit niemand zuhause ist
Oft sind es genau solche kleinen Gewohnheiten, die sich am Ende bemerkbar machen.
Auch Warmwasser spielt eine Rolle
Neben dem Heizen wirkt sich auch der Warmwasserverbrauch auf die Energiekosten aus. Vor allem in größeren WGs summieren sich viele kleine Verbräuche oft schneller als erwartet.
Schon einfache Veränderungen können helfen:
- Wasser beim Einseifen oder Zähneputzen nicht laufen lassen
- Geschirrspüler und Waschmaschine möglichst voll beladen
- wenn möglich niedrigere Waschtemperaturen nutzen
Beim Auszug Zählerstände festhalten
Da sich Wohngemeinschaften oft häufiger verändern, kann es sinnvoll sein, beim Ein- oder Auszug Zählerstände sauber zu dokumentieren. So lassen sich spätere Unklarheiten bei der Kostenaufteilung leichter vermeiden.
