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Holunderzeit in Unterfranken

  • Wissenswertes

Wer derzeit in Unterfranken unterwegs ist, begegnet ihm fast überall: an Feldwegen, Waldrändern, Bachläufen oder zwischen Hecken am Ortsrand. Die Rede ist vom Schwarzen Holunder, bei uns oft einfach „Holler“ genannt. Seine großen, cremeweißen Blütendolden verströmen im Juni einen unverwechselbaren Duft und gehören für viele Menschen ebenso zum Frühsommer wie Erdbeeren, Freibadbesuche oder laue Abende im Garten. Aber der Holunder ist nicht nur ein Wildstrauch. In Franken blickt er auf eine lange Geschichte zurück und ist bis heute fester Bestandteil regionaler Traditionen.

Ein vertrauter Begleiter in der fränkischen Landschaft

Der Schwarze Holunder wächst besonders gern auf feuchten, nährstoffreichen Böden und ist deshalb in Unterfranken vielerorts zu finden. Ob am Mainufer, entlang von Feldwegen oder an Waldrändern: gerade im Juni fallen die hellen Blüten schon von Weitem ins Auge.

Früher wurde Holunder häufig in der Nähe von Bauernhöfen und Wohnhäusern gepflanzt. Dem Strauch wurden schützende Eigenschaften zugeschrieben, weshalb er vielerorts als eine Art Hausbaum galt. Noch heute findet man alte Holundersträucher an Scheunen, Höfen und Gärten in der Region.

Von Hollerküchle bis Holunderschorle

Dass der Holunder in Franken so beliebt ist, liegt nicht zuletzt an seiner Vielseitigkeit. Sowohl die Blüten als auch die später reifenden Beeren werden seit Generationen in der Küche verwendet.

Besonders bekannt sind die sogenannten Hollerküchle. Dafür werden die frischen Blütendolden in einen einfachen Teig aus Mehl, Milch und Ei getaucht und anschließend ausgebacken. Mit etwas Puderzucker bestäubt sind sie für viele Franken eine echte Kindheitserinnerung.

Auch Holundersirup gehört in zahlreichen Haushalten zum Sommer. Mit Mineralwasser gemischt entsteht daraus eine erfrischende Holunderschorle. Im Herbst werden aus den dunklen Beeren außerdem Gelees, Säfte, Liköre oder Schnäpse hergestellt.

Jetzt ist die beste Zeit zum Sammeln

Die Hauptblütezeit des Holunders liegt zwischen Ende Mai und Ende Juni. Wer die Blüten selbst verarbeiten möchte, sollte möglichst sonnige und trockene Tage für die Ernte wählen. Dann enthalten die Dolden besonders viele Aromastoffe.

Wichtig ist dabei, nur vollständig geöffnete Blüten zu sammeln und ausreichend für Insekten und andere Tiere stehen zu lassen. Am besten eignen sich Standorte abseits stark befahrener Straßen.

Rezept: Fränkische Hollerküchle

Wer den Geschmack des Frühsommers direkt genießen möchte, kann die Blüten ganz klassisch zu Hollerküchle verarbeiten.

Zutaten:

  • 8 bis 10 Holunderblütendolden
  • 2 Eier
  • 150 g Mehl
  • 200 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Ausbacken
  • Puderzucker oder etwas Zitronensaft zum Servieren

Zubereitung:

  1. Die Holunderblüten vorsichtig ausschütteln, aber möglichst nicht waschen.
  2. Aus Eiern, Mehl, Milch und Salz einen glatten Teig anrühren.
  3. Die Blütendolden am Stiel festhalten und durch den Teig ziehen.
  4. Anschließend in heißem Öl goldbraun ausbacken.
  5. Kurz abtropfen lassen und mit Puderzucker oder etwas Zitronensaft servieren.
© pixabay/glacika56