Am 29. August findet der „Tag für mehr Kräuter und weniger Salz“ statt. Er ist ein willkommener Anlass, die Vielfalt frischer Kräuter ins Bewusstsein zu rücken, und zu zeigen, wie sie nicht nur Gerichte bereichern, sondern auch Salz in vielen Fällen ersetzen können. Ein guter Anlass also, den Blick auf die regionale Kräuterwelt in Unterfranken zu richten.
Kräuterreichtum zwischen Weinbergen und Wiesen
Unterfranken bietet durch sein mildes Klima, die abwechslungsreiche Landschaft und die charakteristischen Böden ideale Bedingungen für aromatische Pflanzen. Zwischen Weinbergen, Trockenrasen und Wiesen gedeihen zahlreiche Kräuter, die Speisen eine besondere Note verleihen:
- Wilder Thymian (Quendel) – typisch für sonnige Magerrasen
- Oregano (Dost) – häufig in den warmen Weinberglagen
- Wiesensalbei – ein aromatischer Farbtupfer auf den Wiesen
- Minzenarten – erfrischend, vor allem an feuchteren Standorten zu finden
- Johanniskraut, Kamille und Schafgarbe – klassische Heilkräuter mit vielfältiger Verwendung
Auch „Alltagskräuter“ wie Spitzwegerich, Gundermann oder Brennnessel sind in Unterfranken weit verbreitet und erleben in Küche und Naturheilkunde derzeit eine kleine Renaissance.
Einzigartig in der fränkischen Landschaft
Exklusiv nur in Unterfranken wachsende Küchenkräuter gibt es nicht. Dennoch sind manche Arten hier besonders stark vertreten – etwa dank der selten gewordenen Trockenrasen, die in Deutschland nur noch an wenigen Orten vorkommen. So wachsen der Fränkische Thymian oder der Wilde Majoran in dieser Form nahezu nur hier. Damit wird Unterfranken zu einer kleinen Schatzkammer für Kräuterfreunde.
Warum Kräuter so wertvoll sind
Kräuter bringen nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern liefern auch wertvolle Inhaltsstoffe. Ihre ätherischen Öle wirken je nach Pflanze verdauungsfördernd oder beruhigend, ihre Vitamine und Mineralstoffe können das Immunsystem stärken. Vor allem aber bereichern sie Speisen mit Aromen, die so intensiv sind, dass Salz oft überflüssig wird – daher auch der Gedanke hinter dem eingangs erwähnten „Feiertag“. Schon kleine Mengen frischer Blätter oder Blüten genügen, um Gerichten Charakter zu verleihen, sei es im Salat, in der Suppe oder im Kräuterquark.
Kräuter in der fränkischen Küche
Wer durch Unterfranken reist, begegnet den Kräutern nicht nur in der Natur, sondern auch auf den Tellern der regionalen Gastronomie. Frische Kräuterbutter begleitet den Grillteller, im Kräuterquark kommen sie mit Kartoffeln auf den Tisch, und selbst in süßen Speisen wie Desserts mit Minze oder Kräuter-Honig finden sie ihren Platz. Besonders in Verbindung mit den regionalen Weinen entfalten Thymian, Salbei oder Oregano ihre volle Kraft. Sie heben Aromen hervor, verstärken feine Nuancen und schaffen eine Brücke zwischen Natur und Kulinarik.
Alltagstipp: Unterfranken schmeckt frisch
Wer die Kräuter nicht selbst im Garten anbaut, findet sie auf Märkten oder beim Spaziergang durch die Natur. Besonders im Sommer lohnt es sich, frische Kräutersträuße in der Küche bereitzuhalten. Sie ersetzen den schnellen Griff zum Salzstreuer und bringen die Aromen der Region direkt ins Haus.